Das Wohnzimmer von Heilbronn

Dieses Mal hat es mich beruflich ins schwäbische Heilbronn geführt, welches rund 50 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, Stuttgart, liegt. Mit knapp 120.000 Einwohners zählt Heilbronn sicherlich nicht zu den Großstädten, ist aber doch Jedem ein Begriff. Da ich erst am späten Nachmittag hier angekommen bin, sind meine Möglichkeiten der Stadtentdeckung ein wenig beschränkt. Dies soll jedoch kein Grund sein, nicht zum Essen zu gehen und dazu ein kaltes Feierabendbier zu genießen. Aber beginnen wir bei der Unterkunft:

In einem anderen Bericht habe ich schon berichtet, dass ich gerne in Ibis oder Novotels bin, da ich einfach weiß was ich bekomme. Auch dieses Mal habe ich mich in einem Ibis Hotel eingebucht: im Ibis Heilbronn City.
Die zenrale Lage erlaubt es, am Abend ein wenig auf Erkundungstour zu gehen ohne das Auto zu bewegen zu müssen.
Dieses Ibis Hotel ist im Lobbybereich und Restaurant bereits rennoviert, die Zimmer sind leider zum heutigen Stand noch die älteren – inklusive Badezimmer aus einem Plastik-Guss, eben der echte Ibis Charme. Aber: man weiß wenigstens was man bekommt.

Durch meinen Status bei Accorhotels bekomme ich beim Check-In immer einen Getränkegutschein, welcher sich auch heute wunderbar in ein Feierabendbier an der Bar umwandeln ließ. Der nette Herr von der Rezeption/Bar gab mir dann, auf Nachfrage, ein paar Tipps wo man zum Essen hingehen kann. Neben dem Ratskeller nannte er noch das Neckarufer, welches in drei Minuten zu Fuß vom Hotel zu erreichen ist – dort bin ich dann hin.
Eine sehr nett angelegte Promenade mit rund fünf Lokalen, von sehr hip bis Sausalitos (Tex-Mex) gibt es eine kleine Auswahl für Jedermann. Jedes der Lokale wirbt mit einem gemütlichen Außenbereich um die Gunst der potentiellen Gäste. Viele Leute sind an diesem schönen Sommertag unterwegs und man kommt sich ein wenig vor als wenn man im Urlaub wäre.

Ich habe mich, nach einem Gang entlang der Promenade, welche übrigens korrekt „Untere Neckarstraße“ heißt, für das Restaurant „Wohnzimmer“ entschieden. Dies klingt gemütlich und scheint eine solide und gute Karte zu versprechen: hier bin ich richtig!
In der Karte erwartet den Gast, neben einer Auswahl an verschiedenen Frühstücksmöglichkeiten, Suppen und Pasta (welche nach eigener Angabe geliebt wird!) und verschiedenen anderen Gerichten, auch zwei Seiten mit schmackhaft klingenden Salatangeboten. Hier finde ich auch meine Wahl für den heutigen Abend: den Salat „Mango Chicken“ für 8,95 EUR und ein alkoholfreies „Distelhäuser Pils“ in der 0,33l Flasche zum Preis von 3,00 EUR.
Nachdem die Bestellung aufgegeben war, hatte ich ein wenig Zeit mich in der Karte umzusehen. Die Preise sind relativ durchschnittlich, für mich als Wahl-Münchener sogar eher günstig: ein kleines Mineralwasser kostet 2,90 EUR (0,33l), eine Saftschorle schlägt mit 3,40 EUR zu Buche und einen halben Liter Hefeweizen bekommt man für 3,20 EUR. Wer gerne etwas essen möchte, muss zwischen 5,80 – 12,80 EUR für ein Frühstück sowie 6,45 EUR bis 8,45 EUR für ein Hauptgericht löhnen: extrem fair!

Die Karte kannst Du hier aufrufen

Nach meiner Bestellung hat es ca. fünf Minuten gebraucht bis das Bier kam – dann war erstmal Schluss: der bestellte Salat ließ geschlagene 20 Minuten auf sich warten!
Auch wenn das Lokal voll ist, finde ich 20 Minuten überdurchschnittlich lange zum Warten – egal: kann passieren und ich bin ja froh, denn das Essen ist nun da. Dass bei dem Chicken-Salat das Chicken fehlt, habe ich zu Beginn gar nicht gemerkt. Als erstes fällt mir auf, dass der Salat in einer dünnflüssigen, orangenen Suppe schwimmt und die unteren Salatblätter schon matschig und abgesoffen waren- sehr schade. Nachdem das Fehlen des Huhns aufgefallen war, habe ich dies bei der Bedingung reklamiert. Sie war wirklich freundlich, hat sich kurz entschuldigt und den Salat wieder mitgenommen. Nun kam aber etwas, was eigentlich nicht passieren darf: ich habe weitere 15 Minuten auf den Salat gewartet, welcher eigentlich schon fertig war. Generell lasse ich mich von solchen Fehlern nicht verärgern, sie sollten aber dann auch zügig behoben werden. Als der neue Salat dann den Wen zu mir gefunden hat, war zwar das Hühnchen drauf, nicht aber die versprochenen Karotten und die Sprossen, welche den Salat sicherlich ein wenig aufgepeppt hätten. Zudem kam, dass das Dressing wieder mehr Wasser war als Salatsoße und die ganze Präsentation lieb- und leidenschaftslos gewirkt hat. Aus Salaten kann man definitiv mehr machen!

Salat "Mango Chicken"

Nun will ich aber nicht mehr reklamieren, denn ich habe Hunger!
Der Salat ist leider, leider kein Salat wie man sich ihn vorstellt. Die frische Mango ist steinhart, in jedem Supermarkt bekommt man heute essreife Mangos, da sollte es für ein Restaurant kein Problem darstellen. Grade, wenn die Frucht ein Hauptbestandteil von einem Gericht ist, sollte die Qualität und der Geschmack absolut überzeugen. Ergänzt wurden die Salatblätter durch drei Scheiben Gurke sowie ein paar Mandarinenstücke, welche auf Grund der Jahreszeit sehr miserabel schmeckten. Die paar trostlosen Wintrauben als Dekoration will ich nicht weiter erwähnen.
Was wirklich ausgezeichnet geschmeckt hat, waren die gebratenen Hühnchenstücke. Der Geschmack von leichtem Curry und leckeren Aromen vom Braten wären perfekt gewesen um einen frischen, knackigen Salat zu ergänzen. Das Fleisch war saftig und nicht trocken, geschweigene denn, langweilig! Durch die extrem wässrige Soße, sind ein paar Fleischstücke leider ziemlich aufgeweicht.
Als ich bei dem Bezahlen meine Kritik geäußert habe, wurde mir ein kostenfreier Espresso angeboten, was ich als sehr zuvorkommmend und wertschätzend wahrgenommen habe. Der Bedinung war es sichtlich peinlich und sie verprach, es an die Küche weiterzugeben.
Mit Trinkgeld habe ich insgesamt 13 EUR bezahlt, für einen solchen Salat leider zuviel.

Im „Wohnzimmer“ in Heilbronn habe ich nach Leidenschaft in der Küche vergeblich gesucht. Auch wenn die Mitarbeiter alle freundlich waren, kann man von einem Lokal in dieser Lage deutlich mehr erwarten.
Da ich die anderen Speisen nicht beurteilen kann, möchte ich mir hier auch kein Urteil erlauben. Am Nachbartisch wurde der gleiche Salat den ich hatte, zurückgegeben. Das Wrap (ich weiß nicht genau welches) scheint gut gewesen zu sein, aber hatte auch dort nicht den Erwartungen entsprochen.

Nach dem Essen habe ich noch einen kleinen Rundgang durch die Altstadt von Heilbronn gemacht – aber nur, weil mir Passanten mit Eis entgegen kamen 🙂 Also los… !
Durch die Lohtorstrasse hat mich mein Weg in die Sülmerstrasse geführt. Hier befindet sich die Eisdiele „GelatOne“. In der Regel kann man sagen, dass die Eisdielen mit langen Schlagen auch wirklich gutes Eis bieten. Hier war die Schlange lang!
Mit einer je einer Eiskugel der Geschmäcker“Erdbeer-Käsekuchen“ und „Joghurt“ habe ich mich auf den Rückweg ins Hotel gemacht. Der Spaziergang durch die Dämmerung, in der lauen Sommerluft und vorbei an den Gebäuden der Altstadt, war ein perfekter Abschluss des Tages.

Leave a Reply