Camper mieten: die besten Tipps zur erfolgreichen Buchung

Freiheit, Abenteuer, Flexibilität oder Road-Trip: dies alles sind Assoziationen von Urlaubern, die sich für eine Reise mit dem Camper entscheiden. Eine Planung ist bei einer anstehenden Reise in der Regel unumgänglich. Bei einem Urlaub mit dem Camper hingegen ist es sogar besonders wichtig, da es unter anderem um Versicherungen, Kilometerpakete und Inklusivleistungen geht.

Eine Camperbuchung ist deutlich komplexer als der Hotelaufenthalt am Mittelmeer. Im Folgenden habe ich einige wichtige Tipps zusammengestellt, damit der Camperurlaub ein voller Erfolg wird.
Primär gehe ich bei den folgenden Tipps zum Buchen auf die Destinationen USA, Kanada, Australien und Neuseeland ein. Auch Ziele wie Skandinavien, Südafrika, Namibia oder auch Deutschland lassen sich mit einem Camper komfortabel und flexibel bereisen… Dazu aber ein anderes Mal mehr.

1. Tipp: Welche Größe soll ich buchen?
In einigen Dingen im Leben kommt es sicherlich nicht auf die Größe an – bei einem gebuchten Camper hingegen hängen die Urlaubsqualität und der Komfort entscheidend davon ab.
Grundsätzlich sollte man sich bewusst sein, dass man in einem Camper den kompletten Urlaub mit der Familie, dem Partner oder Freunden verbringt. Je mehr Platz man also hat, desto mehr Freiheit und Luft hat jeder Einzelne. Man zieht sich um, eventuell wäscht man sich im Camper – man isst, spielt Spiele und schläft. Der Raum ist eh begrenzt, daher würde ich eher zu einer Nummer größer als kleiner tendieren.
So kann man durchaus zu zweit ein Fahrzeug mit 23 oder 25 Fuß nehmen.
Ein Punkt ist sicherlich die Flexibilität, welche nach Größe des Fahrzeugs zu-, bzw. abnimmt.
Je größer der Camper ist, desto schwieriger wird es in Städten zu fahren, Parkplätze zu finden, usw… Dies sollte man in die Planung mit einfließen lassen.

2. Tipp: Wie plane ich am besten meine Route?
Für die Planung einer Tour gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Varianten: eine Rundtour, bei welcher Start- und Endpunkt identisch sind oder eine Einwegtour, wo die Anmietung und Rückgabe an unterschiedlichen Orten stattfinden. Auf beide Varianten möchte ich kurz eingehen.
Die Rundtour ist der Klassiker und sicherlich auch die am meisten gebuchte Variante. Zu empfehlen ist diese, wenn man die Möglichkeit hat einen „Kreis“ zu fahren und vermeidet eine Strecke doppelt zu bereisen. Bekannte Beispiele hierfür sind Florida, der Westen der USA sowie Ontario ab Toronto oder Neufundland ab Halifax. Es gibt noch viele weitere Beispiele und Ideen für tolle Routen, vielleicht kommt dazu mal ein separater Artikel.
Bei der Einwegtour wird primär das Ziel verfolgt, die gefahrene Strecke nicht wieder zurückfahren zu müssen. Dies spart Zeit , Spritkosten und man kann sich mehr auf Ecken konzentrieren die man noch nicht gesehen hat. Sinn macht eine Einwegtour oftmals an Küsten, wo man nicht durch das Land wieder zurück möchte. Auch wenn hier in der Regel eine Gebühr für die Einwegmiete anfällt, sollte man sich gut überlegen ob man einen Kompromiss eingehen will.
Bekannte Beispiele sind ab Las Vegas/bis San Francisco, ab Sydney/bis Brisbane oder Cairns sowie in Neuseeland ab Auckland/bis Christchurch oder auch in Kanada ab Calgary/bis Vancouver.

3. Tipp: Lohnt sich das All Inklusive Paket?
Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Eines kann man aber sicher sagen: in vielen Fällen lohnt sich das Paket nicht!
Bei der Planung der Reise sollte man auf jeden Fall die vorhandenen Pakete gegenüberstellen und damit den Preis vergleichen. In erster Linie geht es hier um die Inklusivkilometer, bzw. -Meilen. Bei den All Inklusive Paketen sind immer unbegrenzte Kilometer oder Meilen Preis eingeschlossen. Das klingt zwar auf Anhieb sehr gut, es lohnt sich aber die benötigten Kilometer/Meilen mal zu überschlagen und ggf. ein Grundpaket mit Kilometer-/Meilenpaket und den gewünschten Zusatzleistungen zu buchen.

Per Google maps lassen sich Entfernungen mehrerer Stationen einfach berechnen.

4. Tipp: Was steckt hinter den Begriffen Camping- und Fahrzeugausstattung?
Die Campingausstattung beinhaltet in der Regel Dinge wie Schlafsäcke oder Decken, Bezüge, Kopfkissen und Handtücher – sprich alles was man als Person für den Camper benötigt. Die Bezahlung erfolgt daher auch immer pro reisender Person.
Die Fahrzeugausstattung bezieht sich auf alle Dinge die im Fahrzeug von allen Personen genutzt werden. Dazu gehören Töpfe und Pfannen, Besteck, Teller, Gläser, Tassen aber auch Putzutensilien wie Lappen, Besen und Eimer usw.
Die Gebühren für die Camping- und Fahrzeugausstattungen werden immer vor Ort in der Landeswährung bezahlt. Teilweise sind diese in den All Inklusive Paketen inkludiert, manchmal nicht. Manche Vermieter haben nur die Campingausstattung, diese schließt dann die Fahrzeugausstattung mit ein.

5. Tipp: Benötige ich einen internationalen Führerschein?
Ein internationaler Führerschein ist in den USA und Kanada ausschließlich „empfohlen“. Ich persönlich habe meinen nie vorzeigen müssen und es hat immer der normale Führerschein gereicht – dies ist aber eine persönliche Erfahrung.
Für Australien und Neuseeland hingegen ist ein internationaler Führerschein bei jeglicher Anmietung von Fahrzeugen Pflicht.
Diesen bekommt man bei der Führerscheinstelle des jeweiligen Wohnsitzes innerhalb von einer halben Stunde gegen eine Gebühr – bei mir waren es 15 EUR. Dieses Dokument ist eine Ergänzung zum normalen Führerschein und ist schlussendlich eine Übersetzung.
Auf der sicheren Seite ist jeder, der sich einen internationalen Führerschein anfertigen lässt – das Risiko steht nicht im Verhältnis zu den Kosten.

6. Tipp: Wo buche ich meinen Camper am besten?
Einen Camper für die Reise in Übersee bucht man am besten bei einem deutschen Reiseveranstalter. Dies hat den Vorteil, dass durch hohe Abnahmen eines Veranstalters die Preise attraktiver sind als direkt bei einem Vermieter von Campern. Zudem haben andere Länder andere Versicherungsbedingungen die in der Regel schlechter sind als die Versicherung die wir in Deutschland gewöhnt sind. Bucht man über einen deutschen Reiseveranstalter ist klar, welche Leistungen inklusive sind.
Der nächste Punkt ist, dass sich die Versicherungen im Zielgebiet meistens mit einem Selbstbehalt  verstehen. Bei der Buchung über einen Veranstalter wird dieser Selberbehalt aber von der Versicherung des deutschen Veranstalters wieder erstattet. Somit hat man als Reisender keinen finanziellen Verlust zu befürchten wenn wirklich was passieren sollte – ich spreche aus Erfahrung!

Zu den bekannten Veranstaltern wo es Camper zu buchen gibt, gehöhren FTI Touristik sowie DER TOUR. Beide haben eine große Auswahl an Vermietern und weitesgehend identische Preise.

7. Tipp: Kann ich bei einem Camper eine Einwegmiete buchen?
Das Buchen von sogenannten Einwegmieten ist möglich, solange es an beiden Orten – An- und Rückgabeort – ein Station eines Vermieters gibt. Da in, sogut wie, allen großen Städten mindestens ein Vermieter eine Station hat, ist eine Einwegmiete kein Problem. Es gilt zu beachten, dass für die Einwegmieten unter Umständen Gebühren anfallen, welche sich nach der Entfernung zwischen Annahme- und Rückgabestation richtet. Viele Vermieter haben in der Nebensaison Specials in welchen die Gebühr komplett entfällt oder nur zur Hälfte gezahlt werden muss. Hier lohnt sich tatsächlich ein Vergleich der einzelnen Vermieter.

8. Tipp: Wie funktioniert ein dazugebuchter Transfer?
Wenn man sich bei der Buchung für den All Inklusive Tarif entschieden hat, ist meistens auch ein Transfer zur Camperstation im Paket eingeschlossen. Hat man sich dagegen entschieden, kann man einen Transfer hinzubuchen.
Diese Transfers sind in der Regel von einem Hotel in der Umgebung zur Station. Diese Information findet man in der Beschreibung, bzw. auf der Buchungsbestätigung des Veranstaltern. Sollte man den Transfer haben und eine Vorübernachtung brauchen, empfiehl es sich das Hotel direkt mitzubuchen.
Man sollte sich ca. 24 Stunden vor der Anmietung telefonisch mit der Vermietung Verbindung setzen um den Transfer anzumelden. Diese schicken einem dann entweder ein Taxi wo die Kosten erstattet werden oder holen mit einem eigenen Van die Gäste vom Treffpunkt – zum Beispiel einem Hotel – ab.
Sollte Ihnen ein Taxi geschickt werden: nicht misstrauisch sein, diese Vorgehensweise ist ganz üblich.

 

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